Donauschwaben:

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From Ulm to Tscheb - 21 to 27 September 2009
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Reise von Ulm nach Tscheb vom 21.-27. September 2009 - aus der Sicht eines Tscheber Nachkömmlings
Reise von Ulm nach Tscheb - 21. bis 27. September 2009 von Andrea Reibl, Berlin (Tochter von Andreas Reibl und Enkelin von Andreas Reibl sen. (Ba...
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Bilder vom Tscheber Treffen 2009
Bilder sind unter BILDERGALERIEN abrufbar....
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Fluchtgeschichte von Prof. Matthias Hubert
Viele Leute haben in der etwa 250jährigen Geschichte unsere Dorfes Tscheb verlassen: Gesellen, Dienstmädchen, Arbeiter, Handwerker, Rekruten, Studente...
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Auswanderung aus dem Deutschen Reich
nach Aufruf der Habsburger Kaiser aus Wien (1722-1787)

Unsere Ahnen sind aus deutschen Landen (aus dem badischen, schwäbischen und pfälzischen Raum, aus Elsass und Lothringen, aus Franken und Hessen) im Zuge der Besiedlungspolitik des Habsburgischen Reiches in die Pannonische Tiefebene ausgewandert. Während des ganzen 18. Jahrhundert zogen unsere Vorfahren die Donau hinunter in den Südosten und schufen sich in den türkenbefreiten menschenarmen Provinzen, trotz Not und Tod eine neue Heimat. 

Es galt, dort ein weites, vielfach verstepptes und versumpftes Land urbar zu machen. Vor allem tüchtige Handwerker und Bauern sollten angeworben werden, um sich niederzulassen und eine Zivilisation aufzubauen.

Grund für die Kolonisation des Landes waren die türkischen Befreiungskriege. Die Türken hatten 1526 das Königreich Ungarn erobert. Durch den ersten Türkenkrieg (1683-1699) wurden sie 1686 von den Truppen des deutschen Kaisers wieder vertrieben. Aber erst als der Islam drohend vor den Toren des kaiserlichen Wien stand, erhoben sich die Deutschen mit Erfolg. Im zweiten Türkenkrieg hatte der berühmt gewordene Reichsmarschall Prinz Eugen (1663-1736) mit seinen Truppen die Türken vernichtend geschlagen.

Durch die lange Türkenherrschaft und die verheerenden Kriege war das Land weitgehend verwüstet und nur noch dünn besiedelt von Serben, Rumänen und Madjaren.

So entschloss sich der habsburgische Staat, die Pannonische Tiefebene erneut wirtschaftlich zu erschließen und den allgemein fruchtbaren Boden durch tüchtige Bauern für den Getreideanbau nutzbar zu machen. Auch mussten Handel und Gewerbe in den Gebieten aufgebaut und die eroberten Gebiete politisch gesichert werden.

Auf Vorschlag Prinz Eugens ließ Kaiser Karl VI. vor allem Bauern und Handwerker aus den südwestlichen Gebieten des Deutschen Reiches anwerben, um das Pannonische Becken im Südosten zu besiedeln. Somit wurden Anwerber bzw. Bevollmächtigte des Wiener Hofes ins Deutsche Reich ausgesandt, die das zu besiedelnde Land in den höchsten Tönen lobten, wie fruchtbar es sei. Außerdem versprachen sie die Freiheit von der Leibeigenschaft der adeligen Grundbesitzer.

Da damals viele Bauern und Handwerker im Deutschen Reich bis zur Verelendung herabgewirtschaftet waren, große Not und Hunger herrschten, vor allem durch die Vergnügungssucht und die Verschwendung ihrer adeligen Grundherren, ließen sie sich leicht zur Auswanderung überreden.

Die Auswanderer zogen über die deutschen Lande in die Donaustädte, wie Ulm, Donauwörth, Passau und Regensburg.

Die meisten Aussiedler trafen in Ulm an der Donau ein, wo sie das erste Mal registriert wurden. Die Schiffe für den Transport donauabwärts, die sogenannten „Ulmer Schachteln“, führten sie sodann in einer dreiwöchigen Reise über Regensburg, Wien, Budapest in die Batschka. Die meisten von ihnen bis Apatin, das zu dieser Zeit bereits angesiedelt war.

Zum bäuerlichen Siedlungsgebiet der Donauschwaben gehören: Banat, Batschka, Schwäbische Türkei, Syrmien, Slawonien und Bosnien. In früheren Zeiten wurden Siebenbürgen, das Burzenland, die Zips, die Gottschee und andere Gebiete (Sathmar) in West- und Nordungarn besiedelt. Besonders Handwerker und Kaufleute fanden in den Städten Aufnahme.

Nach den großen Massenauswanderungen unterscheidet die Geschichtsschreibung drei bedeutende Auswanderungszüge. Man nennt sie die drei großen „Schwabenzüge“:

         Erster oder Karolinischer Schwabenzug
         von 1722-1727 unter Karl VI.

         Zweiter oder Theresianischer Schwabenzug
         von 1763-1773 unter Kaiserin  Maria Theresia.
         Besiedelt wurde diesmal außer dem Banat auch die Batschka.
         Es handelte sich hier um den größten Schwabenzug.      

         Dritter oder Josephinischer Schwabenzug
         von 1782-1787 unter Joseph II.

         Er unterschied sich von den vorherigen dadurch, dass diesmal auch                     Protestanten zugelassen waren. Angelegt wurden nun die protestantischen          Gemeinden der Mittelbatschka, während ansonsten bestehende,                        unzureichend besiedelte Gemeinden im Banat, in der Batschka, oft schon          mit Nachwuchs aus älteren Kolonistendürfern aufgefüllt wurden.

Durch harte Arbeit, Zähigkeit und unermüdlichen Fleiß verwandelten die Ansiedler das versumpfte und verwilderte Gebiet in fruchtbares und sehr ertragreiches Ackerland.

"Nicht mit dem Schwert, sondern mit der Pflugschar erobert“, so beschrieb es Pfarrer und Dichter Augsburger aus der Batschka.

Allmählich erblühte das verödete Land unter den nimmermüden Händen der Bauern und Handwerker. Städte wuchsen empor, deren Bauten zumeist die charakteristischen Merkmale der Barockzeit tragen. Viele Dörfer umkränzten den Donaustrom, und brachten es zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Die pannonische Tiefebene wurde zur Kornkammer Europas.

Schwere Schicksalsschläge blieben freilich nicht aus. Die Ansiedler wurden von Hochwasser, Dürre und Seuchen des Öfteren heimgesucht und der Tod hielt reiche Ernte.

Es war
                           den Ersten der Tod
                           den Zweiten Armut und Not
                           den Dritten erst das tägliche Brot.

                           Dann, er nach drei Generationen, kam der Wohlstand.  
                           Und uns ward die Vertreibung.

Das Siedlungsgebiet der Donauschwaben wurde nach dem ersten Weltkrieg dreigeteilt (zu Ungarn, Jugoslawien und Rumänien).

Der zweite Weltkrieg brachte das Ende der Donauschwaben in der Pannonischen Tiefebene. Sie wurden nach dem zweiten Weltkrieg in den neuen kommunistischen Staat Jugoslawien einverleibt.

Aus dem Land, das über zwei Jahrhunderte ihre Heimat war, mussten die Donauschwaben ab Anfang Oktober 1944 vor den herannahenden russischen Truppen und Partisanen fliehen. Wem dies nicht gelang stand ein weitaus schlimmeres, gnadenloses  Schicksal bevor: Völkermord, Internierung in die berüchtigten jugoslawischen Arbeits- und Hungerlager oder die Deportation nach Russland zur Arbeit in die Kohlenbergwerke (am 01.01.1945).

Dies führte zwangsläufig zu einem überaus schmerzlichen, nahezu vollständigen Verschwinden der Donauschwaben aus ihrer Heimat.

So leben  heute fast in allen Erdteilen angestammte Donauschwaben. Allein im deutschen Sprachraum sind es rund 600.000 Donauschwaben.

 

Geschichtliche Quellentexte:
Josef Volkmar Senz: Geschichte der Donauschwaben. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Amalthea-Verlag München.
 
Tafferner/Schmidt/Senz: Die Donauschwaben im pannonischen Becken. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Donauschwäbischer  Lehrer e.V. und der „Donauschwäbischen Kulturstiftung“, München
(auszugsweiseText Frau Anna Tiefenbach Tscheber Heimatbrief Heft 35/2006 - und auszugsweise Hans Diplich)

 

 


 


                                                                                                                                                                                                                          

28.06.1914: Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajewo erschossen
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