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Auswanderung aus dem Deutschen Reich Unsere Ahnen sind aus deutschen Landen (aus dem badischen, schwäbischen und pfälzischen Raum, aus Elsass und Lothringen, aus Franken und Hessen) im Zuge der Besiedlungspolitik des Habsburgischen Reiches in die Pannonische Tiefebene ausgewandert. Während des ganzen 18. Jahrhundert zogen unsere Vorfahren die Donau hinunter in den Südosten und schufen sich in den türkenbefreiten menschenarmen Provinzen, trotz Not und Tod eine neue Heimat. Es galt, dort ein weites, vielfach verstepptes und versumpftes Land urbar zu machen. Vor allem tüchtige Handwerker und Bauern sollten angeworben werden, um sich niederzulassen und eine Zivilisation aufzubauen. Grund für die Kolonisation des Landes waren die türkischen Befreiungskriege. Die Türken hatten 1526 das Königreich Ungarn erobert. Durch den ersten Türkenkrieg (1683-1699) wurden sie 1686 von den Truppen des deutschen Kaisers wieder vertrieben. Aber erst als der Islam drohend vor den Toren des kaiserlichen Wien stand, erhoben sich die Deutschen mit Erfolg. Im zweiten Türkenkrieg hatte der berühmt gewordene Reichsmarschall Prinz Eugen (1663-1736) mit seinen Truppen die Türken vernichtend geschlagen. Durch die lange Türkenherrschaft und die verheerenden Kriege war das Land weitgehend verwüstet und nur noch dünn besiedelt von Serben, Rumänen und Madjaren. So entschloss sich der habsburgische Staat, die Pannonische Tiefebene erneut wirtschaftlich zu erschließen und den allgemein fruchtbaren Boden durch tüchtige Bauern für den Getreideanbau nutzbar zu machen. Auch mussten Handel und Gewerbe in den Gebieten aufgebaut und die eroberten Gebiete politisch gesichert werden. Auf Vorschlag Prinz Eugens ließ Kaiser Karl VI. vor allem Bauern und Handwerker aus den südwestlichen Gebieten des Deutschen Reiches anwerben, um das Pannonische Becken im Südosten zu besiedeln. Somit wurden Anwerber bzw. Bevollmächtigte des Wiener Hofes ins Deutsche Reich ausgesandt, die das zu besiedelnde Land in den höchsten Tönen lobten, wie fruchtbar es sei. Außerdem versprachen sie die Freiheit von der Leibeigenschaft der adeligen Grundbesitzer. Da damals viele Bauern und Handwerker im Deutschen Reich bis zur Verelendung herabgewirtschaftet waren, große Not und Hunger herrschten, vor allem durch die Vergnügungssucht und die Verschwendung ihrer adeligen Grundherren, ließen sie sich leicht zur Auswanderung überreden. Die Auswanderer zogen über die deutschen Lande in die Donaustädte, wie Ulm, Donauwörth, Passau und Regensburg. Die meisten Aussiedler trafen in Ulm an der Donau ein, wo sie das erste Mal registriert wurden. Die Schiffe für den Transport donauabwärts, die sogenannten „Ulmer Schachteln“, führten sie sodann in einer dreiwöchigen Reise über Regensburg, Wien, Budapest in die Batschka. Die meisten von ihnen bis Apatin, das zu dieser Zeit bereits angesiedelt war. Nach den großen Massenauswanderungen unterscheidet die Geschichtsschreibung drei bedeutende Auswanderungszüge. Man nennt sie die drei großen „Schwabenzüge“: Erster oder Karolinischer Schwabenzug Zweiter oder Theresianischer Schwabenzug Dritter oder Josephinischer Schwabenzug Durch harte Arbeit, Zähigkeit und unermüdlichen Fleiß verwandelten die Ansiedler das versumpfte und verwilderte Gebiet in fruchtbares und sehr ertragreiches Ackerland. Allmählich erblühte das verödete Land unter den nimmermüden Händen der Bauern und Handwerker. Städte wuchsen empor, deren Bauten zumeist die charakteristischen Merkmale der Barockzeit tragen. Viele Dörfer umkränzten den Donaustrom, und brachten es zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Die pannonische Tiefebene wurde zur Kornkammer Europas. Schwere Schicksalsschläge blieben freilich nicht aus. Die Ansiedler wurden von Hochwasser, Dürre und Seuchen des Öfteren heimgesucht und der Tod hielt reiche Ernte.
Dann, er nach drei Generationen, kam der Wohlstand. Das Siedlungsgebiet der Donauschwaben wurde nach dem ersten Weltkrieg dreigeteilt (zu Ungarn, Jugoslawien und Rumänien). Der zweite Weltkrieg brachte das Ende der Donauschwaben in der Pannonischen Tiefebene. Sie wurden nach dem zweiten Weltkrieg in den neuen kommunistischen Staat Jugoslawien einverleibt. Aus dem Land, das über zwei Jahrhunderte ihre Heimat war, mussten die Donauschwaben ab Anfang Oktober 1944 vor den herannahenden russischen Truppen und Partisanen fliehen. Wem dies nicht gelang stand ein weitaus schlimmeres, gnadenloses Schicksal bevor: Völkermord, Internierung in die berüchtigten jugoslawischen Arbeits- und Hungerlager oder die Deportation nach Russland zur Arbeit in die Kohlenbergwerke (am 01.01.1945). Dies führte zwangsläufig zu einem überaus schmerzlichen, nahezu vollständigen Verschwinden der Donauschwaben aus ihrer Heimat. So leben heute fast in allen Erdteilen angestammte Donauschwaben. Allein im deutschen Sprachraum sind es rund 600.000 Donauschwaben. Josef Volkmar Senz: Geschichte der Donauschwaben. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Amalthea-Verlag München. Tafferner/Schmidt/Senz: Die Donauschwaben im pannonischen Becken. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Donauschwäbischer Lehrer e.V. und der „Donauschwäbischen Kulturstiftung“, München |
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